Tongefäße werden seit Jahrtausenden von Menschen zum Kochen verwendet. Tonkochtöpfe wurden in allen Teilen der Welt gefunden, und einige der ältesten, von Archäologen auf über 3000 Jahre datiert, stammen aus China. Man geht davon aus, dass in diesen runden Tonkochgefäßen der Ursprung des modernen Kamado liegt, auch wenn Ton schließlich von Keramik abgelöst wurde.
Weltweit hat sich dieses einfache Kochgefäß auf vielfältige Weise weiterentwickelt, beispielsweise der Tandoor in Indien und der Mushikamado in Japan, ein Gerät zum Dämpfen von Reis, das von japanischen Familien zu zeremoniellen Anlässen verwendet wurde. Der Mushikamado war ein runder Tontopf mit abnehmbarem, gewölbtem Tondeckel und war typischerweise in Südjapan verbreitet. Zu den Neuerungen dieser Zeit gehörten eine Drosselklappe und eine Luftzufuhröffnung zur besseren Hitzeregulierung. Außerdem wurde er mit Holzkohle statt mit Holz befeuert. Der Mushikamado erregte nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals die Aufmerksamkeit der Amerikaner.
Der Name „Kamado“ ist tatsächlich das japanische Wort für „Herd“ oder „Kochherd“. Das Kanji-Zeichen für „Kamado“ ist …竈In Hiragana wird „kamado“ geschriebenかまどIn Katakana wird es geschriebenカマドIn Romaji wird es „kamado“ geschrieben. Wörtlich bedeutet es „Platz für den Kessel“. Das Wort ist zu einem Oberbegriff für diese Art von Keramikkocher geworden.
Technologie
Moderne Kamado-Grills werden aus verschiedenen Materialien hergestellt, darunter hochgebrannte Keramik, feuerfeste Werkstoffe, traditionelle Terrakotta und eine Mischung aus Portlandzement und Lavagestein. Auch die Oberflächen variieren: von hochglänzender Keramikglasur über Farbe und strukturierte, stuckartige Oberflächen bis hin zu Keramikfliesen. Durch die Verwendung moderner Keramik und feuerfester Materialien reißen die Geräte nur selten – ein häufiger Mangel des ursprünglichen japanischen Designs. (Marken, die ältere Materialien, insbesondere Portlandzement, verwenden, haben weiterhin mit Rissbildung zu kämpfen.)
Kraftstoff
Kamado-Grills werden üblicherweise mit Holzkohle befeuert, obwohl es auch Versuche mit Gas oder Strom gab. Die Keramikkonstruktion des Grills soll angeblich verhindern, dass der Grillgeschmack (metallischer Beigeschmack) beeinträchtigt wird. Aus diesem Grund ist Holzkohle die bevorzugte Wahl für modernes Kamado-Grillen. Holzkohle erzeugt nicht nur wenig Asche, sondern alternative Holzkohlebriketts enthalten auch viele Zusatzstoffe, die den Geschmack der Speisen verfälschen können. Holzkohle lässt sich zudem umweltschonend durch Niederwaldwirtschaft herstellen.
Verwendung
Hersteller von Kamado-Grills mit Keramikkern preisen deren extreme Vielseitigkeit an. Sie eignen sich nicht nur zum Grillen und Räuchern, sondern auch zum Backen von Pizza auf einem Pizzastein und Brot. Dies ist der hervorragenden Wärmespeicherung der Keramikschale zu verdanken, die Temperaturen von bis zu 400 °C ermöglicht. Dank der präzisen Luftstromregulierung (und damit Temperaturkontrolle) durch das Belüftungssystem ähneln Kamado-Grills Holzöfen und eignen sich zum Braten und Backen von allem, was man auch in einem herkömmlichen Backofen zubereiten kann.
Grillteile
Neben der äußeren Keramikhülle befindet sich im Inneren des Geräts eine Schale aus Keramik oder Edelstahl für die Holzkohle. Eine Belüftungsöffnung an der Unterseite versorgt die Holzkohle mit Luft, während eine regulierbare Lüftungsöffnung im Deckel den Luftaustritt ermöglicht. Die Temperatur wird über diese beiden Öffnungen gesteuert. Ein oder mehrere Grillroste werden über dem Feuer aufgehängt und dienen als Grillfläche. Die meisten Kamado-Grills verfügen zudem über eine Bohrung im Deckel, durch die ein Thermometer mit Zeiger eingeführt werden kann, um die Gartemperatur zu überwachen.
*Quelle: Wikipedia.com
Luftströmung durch einen Kamado
Klassischer Auplex Kamado
Veröffentlichungsdatum: 01.09.2022


